Dentalhygieniker:in - Die rechten Hände der Zahnärzt:innen

Dentalhygieniker:innen sind in der Regel ehrgeizige zahnmedizinische Fachangestellte, die mit ihrer Fortbildung den nächsten Schritt der Karriereleiter erklommen haben.

Zwar verlangt diese Qualifikation viel Ausdauer, Kraft und nicht zuletzt finanzielle Investitionen von ihren Absolvent:innen. Doch ausgebildete Dentalhygieniker:innen können sich über ein abwechslungsreiches Tätigkeitsfeld sowie einen deutlich höheren Verdienst freuen – und sich der Dankbarkeit ihrer Patient:innen sicher sein.

Dentalhygienikerin Grafik

Tägliche Tugenden: Gründlichkeit und Einfühlungsvermögen

Bei Dentalhygieniker:innen spricht man von Expert:innen in der nichtchirurgischen Zahnmedizin. Sie beraten Patient:innen bei der Mundhygiene und Zahnpflege, stellen Diagnosen bei oralen Erkrankungen und nehmen Befunde auf. Darüber hinaus führen sie eigenständig therapeutische Maßnahmen durch, betreuen die Nachsorge und übernehmen zentrale Aufgaben in der Praxisorganisation. Sie tragen also deutlich mehr Verantwortung als zahnmedizinische Fachangestellte, können aber nicht so eigenständig und weitreichend behandeln wie Zahnärzt:innen.

Dem Wissen auf den Zahn fühlen, inklusive Psychologie und Pädagogik

Die Dentalhygieniker:innen-Fortbildung steht grundsätzlich allen offen, die bereits eine Reihe obligatorischer Kurse wie etwa „Gruppen- und Individualprophylaxe“ oder „Maßnahmen im Notfall“ absolviert haben. Darüber hinaus ist eine Eignungsprüfung zu bestehen und eine mindestens zweijährige Tätigkeit als zahnmedizinische:r Fachangestellte:r nachzuweisen. Die Fortbildung ist auch im Rahmen eines Studiums möglich.

Diese gliedert sich in einen vorklinischen Teil, in dem vor allem Theorie vermittelt wird und einem klinischen Teil, der Teilnehmer:innen an wesentliche Soft Skills im Patient:innenkontakt heranführt. Inhaltlich erlernen angehende Dentalhygieniker:innen Grundlagen der Anatomie, der Mikrobiologie und Hygiene sowie der anorganischen und organischen Chemie. In interdisziplinären Bereichen erwerben sie unter anderem Kenntnisse über Psychologie und Pädagogik, in den nötigen Rechtsgrundlagen sowie der Mitarbeiter:innenführung.

Die Ausbildungsdauer beträgt etwa 6 bis 13 Monate (je nachdem, ob die Fortbildung in Vollzeit oder berufsbegleitend absolviert wird). Sie umfasst mehrere Praktika sowie eine praktische, eine schriftliche und eine mündliche Prüfung.

Dentalhygieniker:innen brauchen Biss

Ehrgeiz und ein gesunder Glaube an die eigenen Fähigkeiten sind für Dentalhygieniker:innen unerlässlich. Die Weiterbildung ist nicht leicht – vor allem, wenn man sie neben dem Beruf absolviert. Angehende Dentalhygieniker:innen wachsen durch das klare Ziel vor ihren Augen und die Ausdauer, die sie auf ihrem Weg dorthin an den Tag legen.

Das Fachwissen, das sie erwerben, ergänzen sie in ihrem Beruf durch handwerkliches Geschick im Umgang mit ihren Werkzeugen. Der enge Kontakt zu ihren Patient:innen fordert ihre Empathie und ihre Kommunikationsstärke. In der Hygieneberatung kann der gekonnte Einsatz eines strengen Wortes schließlich den Unterschied zwischen einer Verhaltensänderung von Patient:innen oder einer Trotzreaktion bedeuten.

Darüber hinaus glänzen sie im besten Fall durch ihr organisatorisches Talent und ihr wirtschaftliches Feingefühl – denn nur so können sie als Assistenz der Praxisführung brillieren. Weil die Profession so viel von ihnen fordert, ist das Maß der beruflichen Erfüllung für Dentalhygieniker:innern allerdings besonders hoch.

Jedem Abschluss einer Weiterbildung als Dentalhygieniker:in geht übrigens die abgeschlossene Ausbildung als Zahnmedizinische:r Fachangestellte:r (ZFA) sowie ein Jahr Berufspraxis und eine Weiterbildung als Zahnmedizinische:r Fachassistent:in (ZMF) oder als Zahnmedizinische:r Prophylaxeassistenz:in (ZMP) voraus. Im Falle eines Studiums ist eine Fachhochschulreife sowie eine abgeschlossene Ausbildung als ZFA vonnöten.

Auf dem Arbeitsmarkt begehrt …

Aufgrund ihrer hervorragenden Ausbildung und ihrer langjährigen zahnmedizinischen Erfahrung sind Dentalhygieniker:innen auf dem Arbeitsmarkt sehr begehrt. Die meisten Stellengesuche finden sich in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Darüber hinaus überwiegt das Jobangebot mit 86 % der ausgeschriebenen Positionen in Praxen deutlich gegenüber den Stellengesuchen in Kliniken.

… und aus der Zahnmedizin nicht wegzudenken

Dentalhygieniker:innen sind integrale Bestandteile zahnmedizinischer Teams. Sie übernehmen fachlich hochspezialisierte Aufgaben und sind im sensiblen Umgang mit Patient:innen geschult. Vor allem aber sind sie äußerst fähige Menschen, die sich und ihren Mitmenschen bewiesen haben, dass sie eine überaus anspruchsvolle Fortbildung mit viel Willenskraft und Engagement meisterten.

 

Quellen:

Dentalhygieniker/in (arbeitsagentur.de)

Fortbildung zur Dentalhygienikerin - Alle Infos zur DH-Aufstiegsfortbildung

Die Aufgaben einer Dentalhygienikerin – BDDH

Dentalhygienikerin - ihre Aufgaben in der Zahnarztpraxis | ABZ eG